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Was ist Heilfasten?

Wer fastet, verzichtet für eine gewisse Zeit bewusst auf jegliche feste Nahrung. In verschiedenen Religionen spielt das Fasten seit Jahrhunderten eine Rolle. Beim Heilfasten im Kloster geht es dagegen nicht um religiöse Motive, sondern vor allen Dingen um die mit dem Nahrungsverzicht verbundenen positiven gesundheitlichen Effekte.

Wer fastet, übt also nicht in erster Linie Verzicht, sondern erwartet vielmehr von der Fastenzeit ein verbessertes Allgemeinbefinden. Das Fasten ist fester Bestandteil der Naturheilkunde und kann bei der Behandlung verschiedener Krankheiten helfen, indem es die Selbstheilungskräfte des Körpers anregt. Für manche Krankheitsbilder wie zum Beispiel Rheuma existieren Studien zur Wirksamkeit.

Der menschliche Körper ist seit jeher auf das Fasten vorbereitet. Bekommt er keine oder nur sehr wenig Nahrung, stellt er seinen Haushalt um und versorgt sich aus den eigenen Rücklagen. Gleichzeitig reduziert er seinen Nahrungsbedarf, sodass der Mensch die Fastenzeit gut verkraftet. Diese Mechanismen helfen auch heute beim bewussten Heilfasten, denn schon nach kurzer Zeit der Abstinenz verschwindet das Hungergefühl, viele Menschen fühlen sich während des Fastens besonders gut.

Warum Fasten im Kloster?

Antrieb für das Fasten im Kloster kann zum Beispiel der Wunsch nach Gewichtsabnahme sein. Dabei sollte aber die langfristige Umstellung auf eine bewusste und gesunde Ernährung im Vordergrund stehen, ansonsten droht der sogenannte Jo-Jo-Effekt und das alte Gewicht ist schnell wieder erreicht. Das Abnehmen ist beim Fasten nur eine angenehme Randerscheinung.

Vielmehr ermöglicht eine Fastenkur neue Erfahrungen der körperlichen sowie auch der seelisch-geistigen Wahrnehmung. Das Umstellen der Essgewohnheiten fällt nach einer Fastenkur leichter. Viele Menschen schätzen die Entdeckung, dass sie ohne Nahrungsaufnahme gut leben können und dabei leistungsfähig bleiben. Sie stärken ihr Selbstwertgefühl mit einer Fastenkur. Gerade in unserer Konsumgesellschaft tut das Verzichtserlebnis oft gut.

Eine Heilfastenkur kann in Eigenregie zu Hause, in der Gruppe oder auch in einem Kurhotel stattfinden. Je nach Art der Kur sind während des Fastens nur Tee, Wasser, Saft, Molke, Gemüsebrühe oder auch Getreideschleim erlaubt. Am weitesten verbreitet ist das Buchinger-Heilfasten, das auf Tee, Wasser, Säften und Gemüsebrühe basiert. Eine Fastenkur dauert in der Regel zwei Wochen.

Einsteiger wählen eine kürzere Zeit, zumeist ist das eine Woche. Einige Dinge sind beim Heilfasten in jedem Fall zu beachten. Ratsam ist zunächst ein Arztbesuch, um abzuklären, ob medizinische Gründe gegen eine Fastenkur sprechen. So ist bei bestimmten Grunderkrankungen wie zum Beispiel Essstörungen vom Fasten abzuraten. Wer fastet, muss unbedingt ausreichend viel trinken. Mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit sollten es täglich sein. Am besten geeignet sind Wasser, Tee und ungesüßte Frucht- oder Gemüsesäfte.

Regeln beim Heilfasten im Kloster

Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Nikotin sind während des Fastens tabu. Weil der Körper beim Fasten die Darmtätigkeit auf ein Minimum zurückfährt, muss zu Beginn und auch während der Fastenzeit für die Darmreinigung gesorgt werden. Dazu eignen sich Glaubersalz, Sauerkrautsaft oder auch Einläufe. Wichtig ist mindestens ein Einstimmungstag vor den eigentlichen Fastentagen. So bekommen Körper und Geist Gelegenheit, sich auf die bevorstehende Fastenzeit einzustellen.

Während des Heilfastens ist sowohl Ruhe und Entspannung als auch sportliche Betätigung erlaubt. Entscheidend ist das persönliche Wohlbefinden. Wer fastet, löst sich nach Möglichkeit vom Alltagsstress und hört auf die innere Stimme. Oft durchleben Menschen in der Kur Fastenkrisen oder -flauten.

Nach erfolgreichem Fasten im Kloster stellt sich allerdings in den meisten Fällen ein positives Gefühl mit gestärktem Selbstbewusstsein ein. Zum Schluss der Fastenkur sorgen zwei oder mehr Aufbautage für eine schonende Umstellung auf eine wieder reichhaltigere Nahrungszufuhr. Mit fettarmer und ballaststoffreicher Kost gelingt der Übergang vom Heilfasten zur regelmäßigen Ernährung.

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