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Eine Auszeit im Kloster

Während die meisten Orden mit Nachwuchssorgen zu kämpfen haben, locken Klöster immer mehr Stressgeplagte für eine individuelle Auszeit an. Das Kloster als attraktiven Aufenthaltsort anzubieten, hat schon eine längere Tradition. Einige Klöster haben es sich – abgesehen von ihren eigentlichen Aufgaben – auf die Fahnen geschrieben, für Gruppen oder Einzelgäste spirituellen Raum zur inneren Einkehr und Stille zu offerieren.

Abgeschieden von der Hektik der Welt, in historischen und oft sehr pittoresken Klosteranlagen, gelingt es dem Gast, zu Besinnung und Achtsamkeit zu finden. Die Ruhe, die das klösterliche Umfeld ausstrahlt, kommt uns zunächst oft gespenstisch vor, sind wir doch daran gewöhnt, ständig Trubel um uns herum zu erleben. Sich diesem Lärm der Welt ganz bewusst für eine Weile zu entziehen, bietet eine Auszeit im Kloster die ideale Chance.

Die friedvolle Atmosphäre eines alten Klosters ist die optimale Voraussetzung für Meditation und geistliches Besinnen.
Oft werden Kapellen oder spezielle Meditationsräume dafür zur Verfügung gestellt.

So manches Kloster hat es sich inzwischen zur Aufgabe gemacht, Gästen einen Einblick ins Klosterleben zu gestatten und auf diesem Wege spirituelle Inhalte zu vermitteln. Das Spektrum der Besucher ist dabei breit gefächert. Neben konfessionell zum jeweiligen Orden passenden Gästen kommen auch mehr und mehr Andersgläubige und Menschen, die keiner Konfession angehören.

Sich fernab des Alltags Ruhe zu gönnen, sich zu versenken und abzuschalten, das ist das Ziel dieser Einkehrtage im Kloster. Dabei lebt und arbeitet der Gast im Kloster mit, wird bei allen Tätigkeiten aktiv mit einbezogen. Man nimmt quasi am kommunitären Leben des Klosters teil und lebt für eine gewisse Zeit in der Ordensgemeinschaft mit. Der Tagesablauf variiert dabei in Abhängigkeit von örtlichen, räumlichen und organisatorischen Gegebenheiten.

Schon der Verzicht auf den Fernseher kommt dem Ausstieg aus dem Hamsterrad sehr entgegen.
Viele suchen für eine gewisse Zeit lang Abstand vom routinierten Alltag, möchten Stille und Rückzug auskosten, um Frieden und sich selbst zu finden. All das hat nachhaltige positive Auswirkungen auf den Alltag. Schweigen aushalten zu lernen, das kann unter Umständen für uns „Normale“ schon eine Herausforderung sein. Aber hat man diese Stufe einmal überschritten, ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten der inneren Einkehr, auf die man auch im folgenden Alltag getrost und gern zurück greifen kann. Denn Stille hat auch immer etwas Befreiendes, etwas Erhabenes.

Es gibt in Deutschland schon über 300 Klöster, die diesen Service anbieten und an der spirituellen Kraft ihres Klosters auch andere teilhaben lassen wollen. Oft ist eine Aufnahme währende des gesamten Jahres möglich.

Für die Gäste gibt es unterschiedliche Beweggründe, für eine gewisse Zeit ins Kloster zu gehen und sich dem mönchischen Leben unterzuordnen.
Manch einer flieht vor Arbeitsstress, möchte nur noch weg von drei Handys, E-Mails und Laptops. Andere sind auf Sinnsuche und widmen sich während des Klosteraufenthaltes eigenen Fragen, denen nachzugehen sie sonst nicht die Zeit hätten.

Eins darf man allerdings nicht glauben: Eine Auszeit im Kloster ist kein Wellness-Urlaub. Oftmals fängt nämlich, sobald der äußere Druck wegfällt, erst der innere Stress so richtig an. Aber gerade das ist die Herausforderung. Das Mit-sich-selbst-Beschäftigen, das Mit-sich-selbst-ins-Reine-kommen. Wer durch eine Auszeit im Kloster seine eigene Mitte wieder gefunden hat, der kommt bestimmt bald wieder ins Kloster – als Mönch oder Nonne auf Zeit.

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