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Kloster Übernachtung


Übernachten im Kloster

Die unüberwindbaren dicken Klostermauern gehören in immer mehr Klöstern Europas der Vergangenheit an. Die Orden verschanzen sich nicht länger in ihrer eigenen Welt, sondern öffnen sich weltlichen Bedürfnissen. Zum Übernachten im Kloster laden viele altehrwürdige Gemäuer ein.

In früherer Zeit waren die Besichtigung der Klosterkapelle, der Genuss selbstgebrauten Klosterbieres oder der Klosterkiosk, der Reliquien verkaufte, die einzige Möglichkeit, etwas vom Leben im Kloster mitzubekommen. Das hat sich längst geändert. Ein Aufenthalt im Kloster, der von der kurzen Kloster-Übernachtung bis zu einer mehrwöchigen Auszeit reichen kann, ist in fast allen Klöstern möglich.

1000 und 1 Grund für einen Kloster-Aufenthalt

Jeder Mensch, der an einer Klosterpforte anklopft, hat individuelle Beweggründe. Manager wollen der Fremdbestimmung und den kaum auszuhaltenden Druck des Arbeitstages entkommen. Menschen, die in der Routine ihres Berufslebens ihre eigenen Bedürfnisse vergessen haben, suchen nach Neuorientierung. Frauen versuchen nach einer Trennung ihr eigenes Leben wiederzufinden. Wer eine neue berufliche Herausforderung annimmt, kann im Kloster mit der Vergangenheit abschließen und Kraft für den Neustart finden.

Das Übernachten im Kloster wird besonders in der Zeit der Wirtschaftskrise immer beliebter. Ein Manager sagte nach seinem zweiwöchigen Aufenthalt im Kloster: „Wir steuern auf ein verlorenes Jahrzehnt zu. Ich will meine Lebenszeit nicht auch irgendwann als verloren bezeichnen. Die Stille des Klosters hat mir geholfen, mich von den Geschehnissen der Außenwelt unabhängiger zu machen.“

So unterschiedlich die Klöster auch sein mögen, eines ist ihnen gemeinsam. Nichts lenkt in der Stille der Klöster davon ab, mit sich selbst und seinen Gedanken allein zu sein. Passend zur aktuellen Verfassung und Lebenssituation gibt es für jeden, den es ins Kloster zieht, das richtige Arrangement und den richtigen Ort.

Das Kloster auf seine eigene Weise erleben

Übernachten im Kloster kann sehr unterschiedliche Formen haben. Jeder Gast bestimmt selbst, in welcher Tiefe er in das klösterliche Leben eintauchen will. Dementsprechend wählt er den Ort seines Klosteraufenthalts.

Die radikalste Form des Klosters auf Zeit ist die komplette Eingliederung in die monastische Lebensform. Franziskanermönche und Dominikanerinnen bieten diese Variante der Kloster-Übernachtung oft an. Die Gäste schlafen im Dormitorium, dem Schlafbereich eines Klosters. Sie übernachten in einer eigenen Zelle, stehen mit den Mönchen oder Schwestern auf und nehmen an den Gebeten und Exerzitien teil. Sie helfen bei Haus- oder Gartenarbeit, essen im Refektorium und halten sich gegebenenfalls an das Schweigegelübde.

Übernachten im Kloster kann sich auch weniger puristisch abspielen. Einige Klöster betreiben ein Gästehaus auf dem Territorium des Klosters, dort sind die Besucher auf Zeit unter sich und nehmen nur sporadisch auf Wunsch am Rhythmus des Klosterlebens teil. Diese Form des Aufenthalts wird oft kombiniert mit Seminarangeboten. Sie reichen von religiösen Seminaren und Meditation über Atemtechnik und Tai-Chi bis hin zu Malkursen.

Bei der offenen Version des Kloster-Aufenthalts können Männer und Frauen gemeinsam im Kloster übernachten. Die radikalere Variante ist an die Bedingung der Konfessionszugehörigkeit und des Geschlechts gebunden.

Vier Beispiele für die Übernachtung im Kloster

Benediktinerabtei Ottobeuren im Voralpenland. Die 23 hier lebenden Mönche bieten unter der Bezeichnung „Tage der Einkehr“ für Männer wie Frauen die Möglichkeit am Klosterleben teilzuhaben. Außerdem sind zu fixen Terminen Einzel- und Gruppenseminare wie „Einzelexerzitien“ oder „Musikmeditation“ geplant.

Benediktushof Holzkirchen in Unterfranken. Das ehemalige Benediktinerkloster versteht sich heute als konfessionsübergreifender Ort der Spiritualität. Hier will man den Suchenden eine Heimat auf Zeit geben. Übernachten im Kloster kann mit dem Besuch von Seminaren zu Philosophie, Psychologie und Theologie verbunden werden.

Kloster Frauenchiemsee. Die Benediktinerinnen-Abtei auf einer Insel im Chiemsee bietet männlichen wie weiblichen Gästen eine Einzeleinkehr. Sie ist geeignet für Einzelgäste, die Besinnung suchen. Sie leben im Gästehaus neben dem Kloster direkt am See. Die Gruppenseminare der Abtei widmen sich Themen wie „Kontemplation und Chorgebet“, „In-sich-gehen“ oder „Ein stiller Inseltag“. Gruppen können das Gästehaus für eigene Fortbildungsveranstaltungen auch komplett buchen.

Casa San Domenico in Neggio im Tessin. Mit Blick auf den Luganer See läßt es sich im Kloster der Dominkanerinnen besonders gut entspannen. Der tägliche Rhythmus des Klosterlebens und die Ruhe des Klostergarten sorgen dafür, dass die Übernachtung im Kloster zu einem gelungenen Ereignis wird. Wer möchte, kann an den Gebeten der Schwestern teilnehmen.

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